Donnerstag, 23. Februar 2012
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AZ 30.12.2010

„Schüler jahrelang diskriminiert“

BUSTRANSPORTKOSTEN FDP sieht sich nach Urteil in ihrer Kritik an bisheriger Landesregelung bestätigt

(red). „Seit rund sechs Jahren ist die Ungleichbehandlung der Transportkosten für Schüler von weiterführenden Schulen Dauergegenstand der Haushaltsrede der Liberalen im Kreistag. Das war auch dieses Mal so“, betont Fraktionssprecher Thomas Bursian.

„Wir konnten nie verstehen, dass das Land hinsichtlich der Behandlung der Fahrkosten danach unterschieden hat, wo ein Kind sein 10. Schuljahr macht. Jedes Kind muss dem Land gleich viel wert sein. Auch eine Bevorzugung bestimmter Schularten darf es nicht geben“, erläutert Bursian die Position der Liberalen.

Dass der Verfassungsgerichtshof in dem Landesgesetz eine Ungleichbehandlung sieht - das Urteil erging am Tag der Kreuznacher Haushaltsverabschiedung - sei gut. Denn es sei eine glasklare Schlussfolgerung. Bursian weiter: „Schade, dass viele junge Menschen jahrelang diskrimininiert wurden. Jetzt gilt es, die Ungleichbehandlung schleunigst zu beenden.“


Pressemitteilung Bildung "Rheinland-Pfalz" vom 20.12.2010 der FDP Landtagsfraktion

++ Morsblech zur Verfassungswidrigkeit der Fahrtkostenregelung für Schüler

Verwundert zeigte sich heute die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Nicole Morsblech darüber, dass die Landesregierung auf die soziale Ungerechtigkeit bei der Kostenbeteiligung zur Schülerbeförderung erst durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs hingewiesen werden musste.

„Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Landesregierung Beschwerden von Bürgern sowie Hinweise aus der Opposition nicht ernst genommen hat“, sagte Morsblech.

Der Verfassungsgerichtshof habe in seiner Begründung ausgeführt, dass die derzeitige Regelung, wonach nur Eltern von Schülern die ein Gymnasium oder eine Integrierte Gesamtschule besuchten, an den Kosten zur Schülerbeförderung beteiligt würden, eine verfassungswidrige Benachteiligung ohne sachliche Gründe gegenüber der kostenfreien Beförderung für Schüler von Realschulen plus darstellen würde.

Vor diesem Hintergrund woll e die FDP-Fraktion von der Landesregierung im Bildungsausschuss wissen, welche weiteren Schritte nun zu erwarten seien und wie eine neue Kostenregelung bei der Schülerbeförderung künftig ausgestaltet werden könnte.

„Dies alles ist für die FDP-Fraktion ein weiterer Hinweis dafür, dass das Konzept der Realschule plus von der Landesregierung nicht mit all seinen Konsequenzen durchdacht wurde“, sagte Morsblech abschließend.

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OA 28.12.2010

Nicole Morsblech: Über vermeidbare Fehler diskutiert

Interview FDP-Kreisvorsitzende will liberalen Kurs stärken – Kleine und mittlere Einkommen entlasten – Kein Aktionismus bei Westerwelle

M Kreis Bad Kreuznach. Die FDP im Dauerfeuer der Kritik und im Keller der Bürgermeinung: Derzeit dümpelt sie bei vier Prozent. Seit sich Liberale und CDU in Berlin die Macht teilen, hagelt es nur so an Häme, Hohn und Spott, vor allem auf den Vorsitzenden Guido Westerwelle. Schon wird offen über seinen Nachfolger spekuliert.

Wie reagieren die Liberalen an der Basis im Kreis Kreuznach auf den Niedergang der FDP? Wir sprachen mit Kreisvorsitzender Nicole Morsblech (38, Feilbingert). Seit 1996 gehört sie dem Landtag an, ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Bildungs- und Jugendpolitik. Diese Themen und die wirtschaftliche Entwicklung der Region Nahe-Nordpfalz bewegen sie auch im Verbandsgemeinderat von Bad Münster am Stein-Ebernburg und im Kreistag. Seit 2000 sitzt die Mutter eines zweijährigen Jungen dem FDP-Kreisverband vor, dessen Mitgliederzahl bei „stabilen“ 326 liegt.

 

Finanzgeschenke an Hoteliers, Anhebung des Arbeitnehmerbeitrags zur Sozialversicherung, 1 Milliarde mehr pro Jahr für niedergelassene Ärzte - wie erklären Sie der Basis die momentan heftig kritisierte „Klientel-Politik“ der FDP?

Ich halte das für eine sehr einseitige Darstellung unserer Politik durch unsere politischen Mitbewerber und teils auch durch die Medien. Schon zum 1. Januar 2010 hat die schwarz-gelbe Koalition auf unsere Initiative Familien mit Kindern durch die Anhebung des Steuerfreibetrages auf 7008 Euro und durch die Anhebung des Kindergeldes auf mindestens 184 Euro um insgesamt 4,6 Milliarden Euro entlastet. Wir wollen das Steuerrecht weiter vereinfachen und gerade diejenigen, die aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus mit kleinen und mittleren Einkommen unsere Steuermittel hart erarbeiten, entlasten. Sicher: Es sind auch von der FDP Fehler gemacht worden – die Mehrwertsteuerfrage hätte in einem vernünftigen Gesamtkonzept geregelt werden müssen. Die Mehrwertsteuersenkung für Hotels hatten übrigens auch SPD/Grüne im Programm.

 

Wozu braucht es die Liberalen?

Wir sind die einzige Partei, die dem Einzelnen erst einmal mehr traut als dem Staat, und überzeugt, dass Freiheit und Verantwortung keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille sind. Deutschland braucht eine Partei, deren Politik sich an einem solchen liberalen Menschenbild orientiert.

 

Zurzeit dümpelt die Bundes-FDP bei vier Prozent. Was tun?

Erkennbare liberale Politik machen. Im Bund weiter schrittweise unser Programm umsetzen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle macht das mit einer klaren ordnungspolitischen Haltung hervorragend und ohne Schlingerkurs. In Rheinland-Pfalz müssen wir klarmachen, dass es mit uns in der Regierung keinen Nürburgring-, keinen Schlosshotel- und keinen Justizskandal gegeben hätte. Wir brauchen wieder eine Bildungspolitik, die nicht nur von Experimenten und Ideologie lebt und unsere Kinder wie Versuchskaninchen behandelt. Die Schulen müssen in Ruhe arbeiten können und die Politik das angehen, worum sie sich zu kümmern hat: gute Rahmenbedingungen für guten Unterricht schaffen! Diese Themen müssen wir offensiv mit den Bürgern diskutieren.

Schildern Sie dem FDP-Bundesvorstand die Stimmungslage vor Ort?

Wir haben vor Ort viel über die Situation der Partei und auch über Fehler, die unserer Meinung nach vermeidbar gewesen wären, diskutiert. Uns allen liegt viel daran, wieder sachlicher über die Ideen und Leistungen der FDP zu sprechen. Daran wollen viele Liberale vor Ort aktiv mitarbeiten. Von der Bundesebene erwarten wir eine vernünftige Basis. Statt Personaldebatten und Negativschlagzeilen wünscht sich die Partei spätestens zum Dreikönigstreffen ein Konzept des Bundesvorstands, das uns wieder in die Offensive bringt.

 

Beneiden Sie die Grünen und ihre traumhaften Umfragewerte?

Natürlich sind solche Umfragewerte schön. Allerdings tragen die Grünen bundesweit in kaum einer Landesregierung Verantwortung. Aus einer solchen Position lässt sich gut Stimmung machen, ohne für irgendetwas geradestehen zu müssen. Beispiel: die Castor-Transporte, die Herr Trittin noch als Umweltminister angeprangert hat. Jetzt demonstrieren Grüne an vorderster Front und profilieren sich als „Dagegen“-Partei. Wenn sie sich in Verantwortung befänden und gestalten statt verhindern müssten, würden auch ihre Umfragewerte anders aussehen.

 

Mit welchen Themen können die Liberalen vor Ort punkten?

Wir machen dann ein gutes und glaubwürdiges politisches Angebot, wenn wir uns treu bleiben. Ein Thema: Sparen. Wir müssen auf allen Ebenen so sparsam wie möglich haushalten, in Kommunen, Land, Bund. Das heißt auch: Verbandsgemeinde- und Kreisumlagen so niedrig wie möglich halten. Bund und Länder dürfen nicht ständig Kosten auf die Kommunen abwälzen. Vor Ort müssen die Räte wieder selbst entscheiden können, wofür sie Geld ausgeben wollen und wofür nicht. Heute hängen alle am Zuschusstropf des Landes. Da wird manche Halle gebaut, weil es Geld gibt. Diese Umverteilungsorgien gehören abgeschafft. Das Geld wird vor Ort gebraucht.

 

Was machen Sie, wenn die FDP am 27. März aus dem Landtag fliegt?

Zeit mit meiner Familie verbringen. In Ruhe mein Berufsleben neu sortieren. Wieder mehr in der Psychologie und in der Pädagogik arbeiten. Mich weiterhin gesellschaftlich und politisch engagieren – vor allem für eine starke FDP in einer freiheitlichen Gesellschaft.

 

Die Fragen stellte

Stefan Munzlinger

Oeffentlicher Anzeiger vom Dienstag, 28. Dezember 2010

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AZ 15.12.2010

FDP: Delphi an der Nahe absichern

KREIS BAD KREUZNACH (red). Die FDP im Kreis äußert sich zum geplanten Stellenabbau des Unternehmens Delphi in Langenlonsheim. Beim Blick auf die Homepage des Delphi-Konzerns (www. Delphi.com) würden Werte wie "social responsibility" und "(corporate) citizenship" propagiert. Insofern appellieren die Kreisliberalen an die Unternehmensführung, dass sich die Konzernführung auf seine proklamierten Werte noch besinnt und den Langenlonsheimer Standort absichert. Wichtig sei, dass die Mitarbeiter des Werkes eine Zukunft hätten. Warum Bürgschaften in beachtlicher Millionenhöhe von der früheren Bundesregierung und jetzigen Landesregierung nicht an wichtige Nebenbedingungen (wie Standortsicherung) geknüpft worden seien, entziehe sich der Bewertung der Kreis-FDP. Die Prüfung sollte im Sinne der Beschäftigten jedoch schnellstens erfolgen, so der Fraktionsvorsitzende Thomas Bursian. Anhand dieses Beispiels sehe man auch die Bedeutung der mittelständischen Wirtschaft. (Ausländische) Großkonzerne seien weniger heimatverbunden und verwurzelt. Auch die Wirtschaftskrise habe gezeigt, dass Mittelständler weniger konjunkturanfällig seien. Zudem gebe es in der Region eine Reihe von hochinnovativen Unternehmen mit Weltmarktführerschaft. Nicht zu vergessen sei auch die überdurchschnittliche Nachwuchsförderung. Diesen wertvollen Mittelstand zu pflegen wie er es verdient habe, in diesem Punkt bestehe bei den meisten Regierungen angesichts der wuchernden Bürokratien noch Handlungsbedarf, schreibt die FDP in einer Stellungnahme.

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OA 14.12.2010

Westerwelle soll es weiter versuchen

FDP-Krise Fernis und Morsblech gegen Schnellschüsse

M Bad Kreuznach. „Weiter mit Westerwelle,“ sagt FDP-Stadtrats-Fraktionsvorsitzender Rainer Fernis zur Führungsdebatte bei den Liberalen. Guido Westerwelle könne die Krise bewältigen. Er solle über Weihnachten in sich gehen und den Kurs festlegen. Von Zwischenlösungen hält Fernis wenig.

Weder Rainer Brüderle noch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger oder Jungstar Philipp Rösler seien als Spitzenkandidaten geeignet. Rösler habe auch schon gesehen, „wie vergnüglich das Regieren“ sein kann. Von der Aktion des schleswig-holsteinischen Fraktionssprechers Wolfgang Kubicki hält Fernis wenig: „Das ist ein Dampfplauderer, der schon damals in der Möllemann-Affäre eine unrühmliche Rolle gespielt hat.“ Vor Ort haben die Liberalen eine ausgeglichene Bilanz, betont Fernis: Aus- und Eintritte in die Partei halten sich die Waage. Der Austritt Rainer Winks, der als parteiloser Oberbürgermeisterkandidat antritt, sei konsequent, meint Fernis. Die FDP-Stadtratsfraktion wollte ihn nicht nominieren.

Auch Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Nicole Morsblech (Feilbingert) hält nichts von Aktionismus. Westerwelle soll mit seinem Vorstand bis zum Dreikönigstreffen Vorschläge machen, wie es weitergeht. Die FDP an der Nahe, die lange 280 Mitglieder verzeichnete, verbesserte sich nach der Bundestagswahl auf 321 und steht aktuell trotz einiger Austritte mit 326 Mitgliedern besser da als je. Das bedeute nicht, dass man das Problem verkenne. Morsblech: „Es ist nötig, ein wenig Schwung reinzubringen. Doch ob es etwa im Hinblick auf die Landtagswahl im März etwas bringt, kurzfristig den Vorsitzenden zu wechseln, ist fraglich. Da hätten wir doch als erstes einmal ein Personalproblem.“ as
Oeffentlicher Anzeiger 14.12.10


Die Personalie Guido Westerwelle bewegt auch die FDP im Land – Kritiker oder Befürworter, die Meinungen über den Parteivorsitzenden gehen auseinander. 

Sandra Heckenberger, aus Bernkastel-Kues, 29 Jahre, Direktkandidatin der FDP im Wahlkreis 23 bei der Landtagswahl am 27. März: „Für mich war immer klar, dass Westerwelle bleibt. Ich steige nicht in diese hitzigen Diskussionen ein. Sollte Guido Westerwelle dennoch freiwillig seinen Vorsitz abgeben, traue ich Rainer Brüderle zu, das Amt zu übernehmen, weil ich ihn für erfahren und kompetent halte.“ 

„Im Moment sehe ich keine Alternative zu Westerwelle“, sagt Hans-Hellmut Meinhof, FDP-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Für ihn ist die Diskussion um den Parteivorsitzenden der „Ruf nach einem Bauernopfer“ und die ganze Personaldebatte die falsche Reaktion auf die Krise der Liberalen, die auf sachlicher Ebene diskutiert werden müsse. Meinhof: „Ich finde gar nicht so schlecht, was Herr Westerwelle macht.“

Georg Schuh, Mitglied im Kreistag Cochem-Zell und im VG-Rat Zell:

„Ich glaube nicht, dass der FDP-Bundesvorsitzende jetzt sein Amt aufgeben wird. Sollte er aber zurücktreten oder nicht mehr kandidieren, könnte ich mir den jetzigen Generalsekretär Christian Lindner als neuen Bundesvorsitzenden vorstellen. Er ist jung, dynamisch und bei seinen Auftritten sehr sachlich und sachbezogen.“

 „Der Alte soll es machen“, sagt Rechtsanwalt Rainer Fernis, Bad Kreuznacher Stadtrats-Fraktionsvorsitzender der FDP zur Führungsdebatte der Liberalen. „Westerwelle kann es, er soll über Weihnachten einmal in sich gehen und den Kurs festlegen.“ Von Zwischenlösungen wie Brüderle oder Leutheusser-Schnarrenberger hält Fernis ebenso wenig wie von Jungstars wie Rösler.

 Bernhard Zwetsch, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Idar-Oberstein, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und Kreistagsmitglied: „Der Zeitpunkt für diese Frage ist zu früh. Das wäre jetzt ein Schuss ins Blaue hinein. Ein Nachfolger – ich sehe da durchaus geeignete jüngere Kandidaten mit Potenzial – kann erst sichtbar werden, wenn Guido Westerwelle nach mehreren verlorenen Landtagswahlen bereit ist, seinen Hut zu nehmen.“

 Dr. Axel Bittersohl, Vorsitzender der FDP im Kreis Altenkirchen, sieht aktuell keine Alternative zu Parteichef Guido Westerwelle. „Eine Partei kann ihren Vorsitzenden ja nicht nach jeder Umfrage wechseln“, sagt er. Doch auch Bittersohl ist mit der momentanen Lage der FDP nicht zufrieden.

 Dietrich G. Rühle, stellvertretender FDP-Fraktionsführer im Neuwieder Stadtrat: „Es gibt sicherlich einiges zu kritisieren an dem, was in den vergangenen 12 bis 15 Monaten bei der FDP gelaufen ist. Aber eine Personaldebatte bringt gar nichts. Es muss eine Sachdebatte her.“

 Peter Schmitz, FDP-Kreisvorsitzender Mainz und Landtagsmitglied: „Ich hänge nicht an unserem Bundesvorsitzenden. Ich kann mir unseren Landesvorsitzenden Rainer Brüderle gut auf dieser Position vorstellen. Er hat außergewöhnliche Steherqualitäten bewiesen. Das zeigt sich schon darin, mit welchem Durchhaltevermögen er ertragen hat, dass er als Wirtschaftsminister erst ein halbes Jahr lang in der Öffentlichkeit heruntergemacht wurde und im Vergleich dazu jetzt einen Glorienschein zugeschrieben bekommt. Darüber hinaus haben wenige Parteien so viel guten Führungsnachwuchs wie die FDP, zum Beispiel Christian Lindner oder Philipp Rösler.“

 Helgi Schwedass, Ortsvorsteher von Mainz-Ebersheim: „Ich will Westerwelle nicht unbedingt los sein. Er hat vielleicht manche Fehler gemacht, aber nicht nur er allein. Kubicki hätte seine Kritik erst mal intern beraten sollen. Überhaupt: Die Damen und Herren da oben sollten mal miteinander reden und sich zusammenraufen.“

 Thomas Roth, Geschäftsführer des FDP-Kreisverbands Westerwald: „Die vier Regionalkonferenzen von Mitte haben deutlich gezeigt, dass die Führungsspitze wohl verstanden hat, sich mit den von der Basis kritisch geführten Diskussionen auseinanderzusetzen, und sie wird ihre Schlüsse daraus ziehen. Vor allem ist man seitens der Parteiführung bereit, die vielen Anregungen und Anmerkungen von dort umzusetzen. Deshalb finde ich eine derzeit erneut aufkeimende Diskussion um den Parteivorsitz als völlig unnötig.“

Oeffentlicher Anzeiger vom Dienstag, 14. Dezember 2010
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AZ 9.12.2010

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Rheinzeitung 7.12.2010

Sechs Bahnen, aber auch Kirn soll zahlen

Kyrauerneuerung Kreistag lehnt SPD-Vorschlag einer höheren Bezuschussung mit 26:14 ab

Oeffentlicher Anzeiger  Redakteur Armin Seibert

 

Kreis Bad Kreuznach/Kirn. Die Laufbahn auf Kyrau soll sechs Tartanbahnen erhalten. Der Kreis will aber nur vier davon finanzieren. Dieser Verwaltungsvorschlag wurde gestern nach hitziger Debatte im Kreistag mit großer Mehrheit angenommen. Der Antrag der SPD, alle sechs Bahnen zu bezuschussen, fiel mit 14:26 Stimmen durch.

Die Bürgermeister Fritz Wagner und Werner Müller (beide SPD) waren wegen ihrer Zugehörigkeit zum Schulzweckverband auf die Zuhörerplätze verbannt worden. Für die SPD beantragte Peter Wilhelm Dröscher einen höheren Kreiszuschuss, weil auch der Landeszuschuss wegen der Ganztagsschule um fünf Prozent gewachsen sei. Dadurch spare der Kreis im Vergleich zur früheren Zuschussrechnung. Dröscher verwies auch auf die Verabredung von 1982 mit sechs Bahnen. Parteikollege Werner Bohn zeichnete das Bild von vier Tartanbahnen und zwei liegen gebliebenen Sandbahnen. Auf den alten Vertrag beharrten auch Volker Schöffling und Dr. Michael Vesper. Rolf Ebbeke (CDU) merkte dazu an: „Das Kreuznacher Salinental hat vier Bahnen!“ Die Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen sowie die FWG folgten der Verwaltungsvorlage, zu der Landrat Diel anmerkte, Kirn sei keinesfalls im Stich gelassen worden. Andere Verbandsgemeinden wie Bad Sobernheimer oder Meisenheim seien bei Sportanlagen mit deutlich geringeren Sätzen gefördert worden.

Darauf gingen auch Beigeordneter Max Schütt (FDP) und Achim Schöffel (CDU) ein. Schütt bezeichnet es als Armutszeugnis, wenn eine Stadt wie Kirn die strittigen 38 000 Euro nicht aufbringen könne. Er warf dem auf der Zuhörerbank sitzenden Fritz Wagner vor, er könne wohl nicht verkraften, dass ein Newcomer (Frank Ensminger; die Red.) ihm bei der Wahl 45 Prozent der Stimmen abgenommen hatte. Wagner durfte zu diesem thematisch danebenliegenden Beitrag kurz Stellung nehmen. Achim Schöffel (CDU) merkte zu den Kirner Besonderheiten an, sie machten ihm im Kreistag seit 20 Jahren einen „dicken Hals“. Ob es um Freibad, ÖPNV oder Touristik-GmbH gehe, stets würden in Kirn andere Maßstäbe angelegt. In Stromberg sei die Mehrzweckhalle zu 95 Prozent schulisch genutzt, aber die Stadt habe 65 Prozent der Flutlichtkosten tragen müssen.

Der Argumentation Peter Wilhelm Dröschers, die Kirner unter den Kreistagsmitgliedern hätten sicher große Probleme, ihr Abstimmverhalten zu Hause zu erklären, entgegnete Thomas Bursian (FDP), eine Sonderbehandlung öffne anderen Antragstellern Tür und Tor. Auch Edgar Schaus und Frank Ensminger (beide FDP) stellten sich hinter den Verwaltungsvorschlag.

Rolf Ebbeke (CDU) und Landrat Diel verwiesen darauf, dass nur vier Laufbahnen Pflichtaufgabe seien. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) werde eine freiwillige Leistung von zusätzlichen 38 000 Euro nicht genehmigen. Nach der aktuellen Vorlage soll der Kreisanteil nun 379 599 Euro betragen (Gesamtkosten 832 000 Euro.) Die Mehrkosten für sechs Bahnen betragen gegenüber einem Rückbau auf vier Bahnen 38 000 Euro. Diese müssen nun von „Dritten“, also der Stadt Kirn oder Sponsoren, aufgebracht werden.

Oeffentlicher Anzeiger vom Dienstag, 7. Dezember 2010

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AZ Kreis Bad Kreuznach 1.12.2010
Ein-Euro-Jobs mit Konstruktionsfehlern
FDP Ziel der Eingliederung in den Arbeitsmarkt hat Vorrang
 
 Wer die klare und eindeutige Kritik des Bundesrechnungshofes an den Ein-Euro-Jobs als überzogen werte, mache sich das Leben zu einfach. Mit diesen Worten untermauert die FDP-Fraktion im Kreistag die Ansicht, dass bei allen Fraktionen im Kreistag der Konsens bestehe, die 15 Kreismitarbeiter im besonderen Beschäftigungsverhältnis nicht einfach auf die Straße zu setzen. Dennoch sehe die FDP bei den Ein-Euro-Jobs ganz klare Konstruktionsfehler. Die Ein-Euro-Jobber würden fast zu 100 Prozent in öffentlichen bzw. gemeinnützigen Einrichtungen eingesetzt. Wenn das erklärte Ziel die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei, dann habe auch der öffentliche Arbeitgeber die Pflicht und Schuldigkeit, auch die Schwächsten in diesem Personenkreis so zu fördern, dass dieses Ziel auch tatsächlich erreicht werde. Sollte eine solche Förderung nicht möglich sein, dann sei das auf kurz- und mittelfristig angelegte Instrument des Ein-Euro-Jobs verfehlt. "Hier muss eher ein Modell der geförderten Bürgerarbeit entworfen werden, das heißt gemeinnützige Arbeit im weiteren Sinne", so die Fraktion. Denn auch weniger Qualifizierte verdienten eine langfristige Beschäftigungsperspektive. Als unfair sieht die FDP es an, wenn die Ein-Euro-Jobber Tätigkeiten ausübten, die sich normalweiser im Stellenplan der Betriebe und Verwaltungen widerspiegeln. Dann müsse die Perspektive ein normales Arbeitsverhältnis sein. Ungeklärt ist häufig die Auswirkung auf die mittelständische Wirtschaft. Sollte sich die Kritik der Handwerksorganisationen erhärten, dass durch Ein-Euro-Jobber auch normale handwerkliche Tätigkeiten ausgeübt werden, dann sei das selbstverständlich problematisch. Beispielweise: der Beschäftigte übernimmt Malerarbeiten, die sonst ein externer Betrieb verrichten würde. "Dann würden wir wahrscheinlich bald einen neuen arbeitslosen Malergesellen produzieren mit der trüben Perspektive auf einen Ein-Euro-Job", so die FDP abschließend.
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AZ Kirn 1.12.2010

"Arbeit, wo andere Urlaub machen"
WIRTSCHAFT Liberale suchen den Dialog mit dem Mittelstand / Qualität des Nachwuchses ist ein Problem
Vom 01.12.2010  Von Sascha Saueressig Kirn / Hochstetten-Dhaun.

Zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Mainzer Landtag, Herbert Mertin, haben sich die Mitglieder der FDP Stadt und Kirn-Land am Dienstag bei mittelständischen Betrieben im Kirner Land einen Eindruck von den Stärken und Schwächen, aber auch Problemen als Arbeitgeber verschafft. Dabei stand der Informationsaustausch mit drei Unternehmen aus der Region an. Zuerst begrüßte Martin Friedt, Geschäftsführer des Malereibetriebs Paul Nisius, die Liberalen. Anschließend ging es zum Spezialgetriebebauer Hueber, und der Abschluss fand in der Kirner Brauerei statt. Wenn die Unternehmer einen Wunsch frei hätten, wäre es wohl ein Bürokratieabbau. Regelungswut und Verordnungswahn auf Kosten des produzierenden Gewerbes seien inzwischen systembedingt der Kardinalfehler. Mertin unterstrich, dass die Wirtschaft zum größten Teil vom Mittelstand getragen werde - und man daher dessen Probleme anzunehmen suche. Doch Lösungen zwischen Bundespolitik und EU-Vorgaben seien extrem schwierig umzusetzen. Ein Kernproblem für die lokalverwurzelten Unternehmen ist der Nachwuchs. Friedt, der neben seinen beiden Söhnen 18 Gesellen, zwei Lehrlinge und Bürokräfte beschäftigt, erklärte, dass der Fachkräftemangel aus seiner Sicht bereits eingetroffen sei. Auch Bernhard Hueber unterstrich, dass ein hoch spezialisiertes Unternehmen mit seinen Getrieben für die Stahlindustrie, den Motorsport bis hin zu Windkraftanlagen Anforderungen an Lehrlinge stelle, die viele Schulabgänger so nicht mitbrächten. "Wir bilden unsere Leute zwei Jahre gezielt selber aus, aber wer kein Grundverständnis fürs Rechnen mitbringt, der bringt uns nichts", sagt Hueber. In die gleiche Kerbe schlägt auch Friedt: "Der Beruf als Maler und Lackierer ist inzwischen so vielseitig, dass nicht einfach ein Schulabschluss genügt." Neben Materialkenntnis müsse der Untergrund eingeschätzt werden können, Anforderungen wie Lackieren und Pulverbeschichten erfordere einiges von den Auszubildenden. "Maler ist leider selten oben auf der Liste der Wunschberufe", erläutert Friedt, der zumindest Grundfertigkeiten im Rechnen, Lesen und Schreiben einfordert - aber oftmals bei Bewerbern nicht gegeben sieht. Tenor in beiden Unternehmen: Die schulische Ausbildung ist mit Blick auf die Anforderungen von Unternehmen katastrophal. Dabei sind die Unternehmen auf den Nachwuchs vor Ort angewiesen. "Wer nicht aus der Region kommt, ist selten für Geld dazu zu bewegen, hierher zu ziehen", weiß Hueber aus Erfahrung. Von insgesamt über 100 Mitarbeitern beschäftigt der Getriebebauer 14 Ingenieure, doch auf der Suche nach Nachwuchs sei die Lage ein Problem, insbesondere für die Familie eines Akademikers. "Ich rate Interessenten von außerhalb grundsätzlich, die Ehefrau nur bis nach Bad Kreuznach mitzunehmen und wenn in diesen Raum zu ziehen", sagt er. Mit dem Spruch "Arbeiten, wo andere Urlaub machen" könne man auch mit ordentlichem Salär niemanden begeistern. Dabei sind die Investitionen in die Region gerade für diese mittelständischen Unternehmer auch selbstverständlich. Hueber hat im vergangenen Jahr eine neue Montagehalle in Betrieb genommen, und auch Friedt denkt in Hochstetten-Dhaun an Erweiterung. "Wir haben vor, das Betriebsfeld Pulverbeschichtung auszuweiten und haben das Fundament für eine neue 36 Meter lange Halle bereits fertiggestellt." Auch für künftige Expansionen hat man sich aufgestellt und Land erworben. Das Problem, qualifizierten Nachwuchs zu finden, nahm Mertin auf - begegnet ihm dieses Thema inzwischen doch bei vielen mittelständischen Unternehmen.

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AZ Kirn 25.11.2010

"Vereinsarbeit ist Prävention"
SPORTANLAGE KYRAU Liberaler Thomas Bursian ist für sechs Tartanbahnen, will aber Kommune in die Pflicht nehmen

In der Diskussion um die Sanierung der Sportanlagen Auf Kyrau melden sich nun die Liberalen zu Wort. Und der Ton verschärft sich. Landrat Franz-Josef Diel (CDU) hatte bekanntlich nach der Sitzung des Kreisausschusses ankündigte, dass sich der Landkreis zwar an den Kosten der Sanierung beteiligen will - jedoch nur für die für Schulsportanlagen vorgesehenen vier Tartanbahnen.

Das hat den Kirner Stadtbürgermeister Fritz Wagner (SPD) ganz und gar nicht erfreut. Finanzielle Grenzen "Der Kreis ist an seinen finanziellen Grenzen angelangt", macht Thomas Bursian, Fraktionschef der FDP im Stadtrat, deutlich. In einer Stellungnahme verteidigt er die Empfehlung des Kreisausschusses - und der darin vertretenen Liberalen - an den Kreistag. Er findet: "Der Sport und das Wohl der Jugend in der Region sollte ruhig emotional diskutiert werden. Schade finde ich, wenn diese Diskussion auf den Rücken der Kinder und Jugendlichen politisch instrumentalisiert wird." Spitze wäre es in seinen Augen natürlich, wenn der Kreis zu seiner bisherigen Beteiligung von 480 000 Euro noch einen weiteren Zuschuss von 19 000 Euro gegeben hätte."Fakt ist aber auch, dass die Kreisfinanzen des Landkreises desolat sind. Nicht zuletzt wegen der mangelhaften Finanzausstattung durch das Land ist der Kreis mittlerweile Träger der roten Laterne." Fakt sei, dass vier Bahnen für den Schulsport aus dessen Blickwinkel ausreichten. Vergleichbare Situationen habe es im Bereich der Ausstattung der Sportanlagen auch im Bad Sobernheim und Meisenheim gegeben, erinnert Bursian und ergänzt: "Dort griffen die Städte für ihren Zusatznutzen selbstverständlich in die eigene Tasche." "Auch wir sehen aufgrund der großen Bedeutung des Vereinssports und Jugendförderung die zwingende Notwendigkeit, die vier Bahnen für Kirn auf sechs Bahnen aufzustocken, Vereinsarbeit ist gelebte Präventionsarbeit", ist der Liberale überzeugt.

Auch die Kirner Region profitiere von den großartigen Wettkämpfen. "Es wäre schade, wenn die Stadt nicht in der Lage wäre, diesen lächerlichen Zusatzbetrag von 19 000 Euro zu schultern."Gerade wenn man bedenke, welche Summe für das eine oder andere Millionenprojekt in Kirn über den Tisch gehe, meint Bursian: "19 000 Euro sollten somit unsere Kinder, Sportler und Vereine uns wert sein. Wir müssen deshalb Eigenverantwortung übernehmen. Zuschuss hin oder her." Deshalb werde die FDP für die nächste Ratssitzung den Antrag einbringen, dass die Stadt ihren Beitrag im Sinne der Vereine und Region trage. Bursian geht davon aus, dass der Verbandsgemeinderat die gleiche Notwendigkeit sehe. "Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam schultern. Weitere Diskussionen behindern und Schuldzuweisungen verzögern nur die notwendige Umsetzung des insgesamt über 830 000 Euro schweren Projekts." Bursian weiß nach eigenem Bekunden, dass Vereinsarbeit ganz wichtig für die persönliche Entwicklung junger Menschen ist: "Durch sie werden die jungen Menschen auch leistungs- und zielorientierter. Dadurch verbessern sich auch ihre beruflichen Perspektiven. Ich vertraue darauf, dass auch die heimische Wirtschaft den Wert dieser wertvollen Arbeit erkennbar schätzt." Wagner wundert sich Bürgermeister Fritz Wagner will mit der Empfehlung des Kreisausschusses nicht leben, das Thema werde in der nächsten Kreistagssitzung aufs Tapet kommen, kündigt er gegenüber der AZ an.

Gleichwohl findet Wagner es "sehr verwunderlich", dass Bursian die Mehrkosten auf Stadt und Verbandsgemeinde abwälzen wolle - "obwohl er in der entscheidenden Kreisausschusssitzung, das pfeifen die Spatzen von den Dächern, gegen die Absprache des Schulverbands mit dem Landrat gestimmt", habe. Für ihn spreche Bursian mit einer "gespaltenen Zunge" - nämlich als Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat anders als auf Kreisebene, wo er eine Beteiligung des Kreises an den Mehrkosten ablehne. Das sei sehr widersprüchlich. Und: "Damit verzögert er einmal mehr den Bau der Tartanbahnen." Der Kirner Bürgermeister sieht die Verantwortung bei der Jamaika-Koalition im Kreistag. "Schon beim Ortstermin im Frühjahr hat sich deutlich gezeigt, dass die Kreisgremien der Koalition nicht bereit sind, den Bestandsausbau anzunehmen." Einen Widerspruch kann Bursian indes nicht erkennen. Vielmehr setze die FDP auf Glaubwürdigkeit und Transparenz. Im Kreisausschuss habe man sich dafür ausgesprochen, dass die Mehrkosten nicht Kreissache, sondern Stadtsache seien. Die Stadt habe einen Zusatznutzen. Bursian: "Es geht um eine ganz saubere Trennung."

Von Michael Schuf AZ

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Oefffentlicher Anzeiger 25.11.2010

Wagner greift Thomas Bursian scharf an

Tartanbahn FDP-Chef verteidigt sein Verhalten im Kreisausschuss

In Sachen Tartanbahn auf Kyrau ist ein heftiger Streit zwischen Bürgermeister Fritz Wagner (SPD) und Thomas Bursian ausgebrochen. Wagner wirft dem Kirner FDP-Chef vor, in der nicht öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses gegen die Kirner Interessen gestimmt zu haben.

„Die Spatzen pfeifen es vom Dach“, sagte gestern der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die aus CDU, FDP und Grünen bestehende Kreistagskoalition „ihren Landrat im Regen stehen ließ“ und im Kreisausschuss gegen den Kreisanteil zur Finanzierung der sechs- statt einer vierbahnigen Tartananlage im Berno-Wischmann-Stadion gestimmt hätte. Dies sei entgegen der zwischen Stadt, VG Kirn-Land und Landrat Franz-Josef Diel (CDU) verabredeten Planung erfolgt.

Thomas Bursian äußerte sich gegenüber der Kirner Zeitung: „Der Sport und das Wohl der Jugend in der Region können ruhig emotional diskutiert werden. Schade finde ich, wenn diese Diskussion auf den Rücken der Kinder und Jugendlichen politisch instrumentalisiert wird.“ Bursian räumte ein: „Spitze wäre es natürlich, wenn der Kreis zu seiner bisherigen Beteiligung von 480 000 Euro an der Modernisierung des Berno-Wischmann-Stadions noch einen weiteren Zuschuss von 19 000 Euro gegeben hätte. Geld nimmt bekanntlich nun jeder gerne an.“

Fakt sei aber auch, „dass die Kreisfinanzen desolat sind. Nicht zuletzt wegen der mangelhaften Finanzausstattung durch das Land ist er mittlerweile der Träger der roten Laterne. Der Kreis ist an seinen finanziellen Grenzen angelangt.“

Vier Bahnen für den Schulsport sind laut Bursian aus dem Blickwinkel des Landkreises ausreichend. Vergleichbare Situationen gebe es bei der Ausstattung der Sportanlagen in Bad Sobernheim und Meisenheim. „Dort griffen die Städte für ihren Zusatznutzen selbstverständlich in die eigene Tasche“, berichtete der Liberale.

„Auch wir sehen aufgrund der großen Bedeutung des Vereinssportes und Jugendförderung die zwingende Notwendigkeit, die vier Bahnen für Kirn auf sechs Bahnen aufzustocken“, so Bursian: „Vereinsarbeit ist gelebte Präventionsarbeit. Auch die Kirner Region profitiert von den großartigen Wettkämpfen. Es wäre schade, wenn die Stadt nicht in der Lage wäre, diesen lächerlichen Zusatzbetrag von 19 000 Euro zu schultern. Gerade wenn man bedenkt, welche Summe für das eine oder andere Projekt über den Tisch geht. 19 000 Euro sollten somit unsere Kinder, Sportler und Vereine wert sein. Wir sollten deshalb Eigenverantwortung übernehmen. Zuschuss hin oder her.“ Deshalb werde die FDP für die nächste Ratssitzung den Antrag einbringen, „dass die Stadt ihren Beitrag im Sinne der Vereine und Region trägt“. Thomas Bursian geht davon aus, dass der Verbandsgemeinderat die gleiche Notwendigkeit sieht.

Bürgermeister Wagner wirft dem Kirner FDP-Vorsitzenden eine „Politik der gespaltenen Zunge“ und ein „lächerliches, falsches Spiel“ vor. Über viele Jahre hinweg habe sich die Zusammenarbeit von Schulverband und Landkreis bewährt. Beide Seiten hätten sich einvernehmlich die Kosten bei Investitionen und beim Betrieb des Berno-Wischmann-Stadions geteilt. Die Kreistagskoalition habe diese Kooperation durch ihr Verhalten im Kreisausschuss leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Wagner kann es nicht fassen: „Ausgerechnet der Kirner FDP-Vertreter lehnt den ausgehandelten Vorschlag ab. Unser Stadion trägt den Namen von Berno Wischmann, der ein prominentes FDP-Mitglied war – und dann das.“

Jetzt müsse nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden, „die gleichzeitig den Landkreis und die Koalition in die Pflicht nehmen“. Fritz Wagner gibt übrigens auch zu bedenken, dass ein Rückbau von jetzt sechs auf künftig vier Bahnen teuer zu stehen käme.

 

Oeffentlicher Anzeiger vom Donnerstag - Klaus Dietrich


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AZ 24.11.2010

Verschuldung "nicht mehr vermittelbar"
 
Für "nicht mehr vermittelbar" hält Jürgen Reinhard von der Kreistagsfraktion der FDP die Verschuldung des Landkreises Bad Kreuznach. Die Zahlen des Kreishaushaltes, der im kommenden Monat verabschiedet werden soll, seien tiefrot und die Verschuldung steige exponentiell an.

Zusätzlich dreißig Millionen vergrößerten das Gesamtschuldenloch auf nunmehr 223 Millionen: Die klammen Kommunen hätten sich ihrer Realschule Plus entledigt. Sach- und Personalkosten seien nun beim Kreis angelangt (rund 24 Personen). Für den Odernheimer Liberalen Walter Jung ist dabei von Interesse, in welchem Umfang die entlasteten Gemeinden dadurch im Gegenzug Stellen einsparen werden. Immer wieder würden über die Köpfe der Kreise Gesetze gemacht, die eben nicht dem Konnexitätsprinzip entsprächen. Beim Bund achte die SPD seit jüngster Zeit dagegen mit Argusaugen darauf, dass das Prinzip "wer bestellt, zahlt auch" gelte, so die Liberalen.

Als Beispiel führt die FDP die kostenlosen Landes-Kitas auch für Zweijährige an. "Sie werden noch an den Schulden zahlen müssen, bis sie selber Kinder haben", so die Erfahrungen von Jürgen Reinhard mit der Kita Monzingen. Stark angewachsen sei auch der Sozialhaushalt, dagegen würden die Steuereinnahmen pro Kreisbewohner auf unterdurchschnittlichem Niveau verharren.. "Was wir brauchen ist mehr Wertschöpfung in der Region, mehr Beschäftigung und eine faire Finanzausstattung durch das Land", fordert Fraktionsvorsitzender Thomas Bursian.

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AZ 23.11.2010

Klare Kante bei den Müllgebühren

(red). „Klare Kante“ werden die Liberalen bei der Diskussion um die Neufestsetzung der Müllgebühren zeigen. Dies war der einhellige Wunsch aller Teilnehmer der jüngsten Fraktionssitzung der Kreisliberalen. In der Diskussion über den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) seien sie alle einig, so Fraktionsvorsitzender Thomas Bursian.

Wenn es sich nach einem Jahr herausstelle, dass der AWB zu viele Gebühren eingezogen habe, dann seien diese selbstverständlich dem Bürger wieder zurück zu erstatten, so Hildegard Hentze. Die sogenannten Überschüsse in der Bilanz und dem Betrieb zu bunkern, lehnen die Liberalen ab. Ihre Begründung: „ Der AWB ist erstens ein öffentlicher Monopolist, der Bürger muss also bei ihm den Entsorgungsvertrag abschließen. Im Gegensatz zu erwerbswirtschaftlichen Unternehmen ist die Zielrichtung kostendeckend zu arbeiten. Alles was über die Kosten eingenommen wird, gehört den Bürgern. Überschüsse sind zeitnah auszuschütten“.

„Aufgabe der AWB ist die Müllentsorgung und nicht als Bank für den Kreis zu fungieren“, bekräftigt Anette Closheim. Die Betriebsbereitschaft werde damit mit Sicherheit gefährdet. Habe doch der AWB, im Gegensatz zu Unternehmen der freien Wirtschaft, einen erheblichen Vorteil: So stehe durch die Zwangsgebühren zu einem hohen Prozentsatz schon am Jahresanfang fest, was er im Laufe des Jahres einnehmen wird.

Die Liberalen hoffen auf breite Zustimmung ihrer Position im Kreistag. „Es wäre schade, wenn die Gebührensenkung verhindert würde“.

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Az 3.11.2010

 

Mit allen Mitarbeitern durch die Krise

AUFSCHWUNG HPM Stahltechnik verzeichnet deutlich mehr Aufträge, wenn auch noch schwankend / FDP zu Besuch in Monzingen
AZ Vom 03.11.2010 Von Wolfgang Ziegler

Monzingen. Vertreter der FDP-Kreistagsfraktion sowie Ausschussmitglieder besuchten Firmen im Monzinger Gewerbegebiet, um vor Ort auszuloten, wie der von der Bundesregierung gepriesene konjunkturelle Aufschwung bei den Mittelständlern angekommen und real spürbar ist.

Telefon klingelt hundert Mal häufiger

Gerade im Landkreis Bad Kreuznach gibt es eine Reihe von innovativen Unternehmen, die sich mit erfolgreichen Konzepten sogar weltweit eine Marktstellung erkämpfen konnten. Zu ergründen, wieweit der Aufschwung bei den Firmen und ihren Arbeitnehmern vor Ort angekommen ist und welche Wünsche andererseits auch an die Politik gerichtet werden, seinen Ziele der Unternehmensbesuche der FDP, hieß es aus deren Kreistagsfraktion.

Die Geschäftsführer der HPM-Stahltechnik GmbH - Industrielle Stahlbearbeitung, Hildegard Henze und Karsten Pathenheimer, empfingen die Freidemokraten, an deren Spitze Martin Mann, Direktkandidat für die Landtagswahlen im Wahlkreis 18 und Thomas Bursian, FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, im Firmensitz in der Binger Landstraße. Zum Aufschwung befragt, sagte Geschäftsführerin Henze, dass nun das Telefon "schon hundert Mal mehr klingelt" und man Ende 2009 schon in kleinen Schritten merkte, dass es wieder vorwärts ging, aber noch immer etliche Schwankungen zu verzeichnen seien. Beim konjunkturellen Einbruch Ende 2008/Anfang 2009 war die Auftragslage erheblich zurückgegangen und man wusste nach den Worten der Geschäftsführerin "gar nicht, wie man über die Runden kommen sollte". Henze befand nun aber, dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung dann geholfen habe und besonders mit der Möglichkeit von Kurzarbeit für die mittelständischen Unternehmen eine deutliche Stütze war. Es habe Vorteile für die kleine Mannschaft von HPM-Stahltechnik GmbH gebracht, denn so konnten alle Mitarbeiter gehalten werden und wieder zum Einsatz kommen, als im Dezember 2009 die Lage sich wieder verbesserte.

Die Banken tun sich noch immer schwer

Kritikwürdig findet Henze, dass das Unternehmen Probleme hat, von der Bank etwa für ein Auto eine Finanzierung zu bekommen. Hingegen bekomme ein angestellter Arbeitnehmer allein nur unter Vorlage einer Verdienstbescheinigung eine solche Finanzierung problemlos, wie sie weiß und monierte damit, die nach ihrer Meinung noch immer recht eingeschränkte Finanzierungspraxis für Mittelständler, auch von regionalen Kreditinstituten, was sich unbedingt ändern müsse.

Auch der Finanzbehörde stellt Henze keine glänzenden Zeugnisse aus. Bei den Finanzbeamten herrsche oft noch immer eine gewisse Weltfremdheit. Aber es gebe darunter auch schon etliche Leute, die sich durchaus bewusst seien, wer denn eigentlich den Staat finanziert, sagte die Geschäftsführerin vor den Kommunalpolitikern. In der großen Arbeitshalle der Firma zeigte Geschäftsführer Karsten Pathenheimer den Besuchern Produkte der Stahlbauer und berichtete umfangreich über die Produktionsmechanismen des achtköpfigen Betriebes. Dabei war er stolz, dass die Firma HPM Exportaufträge nach Frankreich, Spanien und Polen erfüllt, wobei unter anderem Stahlkonstruktionen und andere Stahlerzeugnisse an die Kunden geliefert werden. HPM-Stahltechnik beschäftigt sich mit Blechbearbeitung, Korrosionsschutz, Präzisionsstanzarbeiten sowie vielem anderen und beliefert etwa zu 95 Prozent gewerbliche Kunden, unter denen auch Konzerne sind. Die Exportrate ins Ausland beträgt dabei etwa 60 Prozent.

Die FDP-Abordnung besuchte im Monzinger Gewerbegebiet auch die Firma Renzmann, wo es mit deren Geschäftsführer Michael Dickkopf eine Firmenbesichtigung und einen ebenfalls regen Informationsaustausch gab.

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AZ 29.10.2010
Prüfung der Hunsrückbahn

Vom 29.10.2010
 

Bad Kreuznach (red). Nach der Entscheidung von Ryanair, auf Grund der Flugverkehrsabgabe am Flughafen Hahn neun Strecken und drei Maschinen zu streichen, fordern die Jungen Liberalen Bad Kreuznach eine wirtschaftliche Prüfung der Hunsrückbahn.

Der JuLi-Kreisvorsitzende Patrick Fink hierzu: "Die Streichung von neun Strecken durch Ryanair ist weniger durch die Flugverkehrsabgabe als vielmehr durch betriebswirtschaftliche Gründe bedingt. Dennoch hat die Ryanair-Entscheidung zur Folge, dass bis zu 1 Million Passagiere weniger vom Flughafen Hahn abfliegen werden. Dies wird definitiv Auswirkungen auf die Auslastung der Hunsrückbahn haben. Daher fordern wir, dieses Projekt mit Baukosten von über 100 Millionen Euro erneut einer wirtschaftlichen Prüfung zu unterziehen."

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AZ 26.10.2010

FDP fordert neues Konzept

26.10.2010 01:00 Uhr - KREIS BAD KREUZNACH

KREISJUGENDAMT II Liberale wollen Vereinsarbeit für Jugendliche stärken

(red/els). Die Situation der Jugendlichen (siehe nebenstehender Artikel) beschäftigt auch die FDP im Kreis. Eine Ursache für den Anstieg der Erziehungshilfen durch das Kreisjugendamt sei der soziale und berufliche Druck der jungen Eltern, erklären die Liberalen in einer Pressemitteilung. Ob mit einer fiktiven Verdoppelung der Mitarbeiter des Kreisjugendamtes (AZ berichtete) ein Schutz der Jüngsten in der Gesellschaft gewährleistet werden könne, bezweifelt die Kreis-FDP.

Sie regen an, im Kreisjugendamt neue Wege zu beschreiten. Nicole Morsblech (MdL) schlägt als Vorbild das „Dormagener Modell“ vor.

Danach werde ein Kontakt zu den Eltern in ruhigen Zeiten aufgebaut, sodass im Falle von Bedenken frühzeitig interveniert werden könne. „Auch unser Wunsch ist es, möglichst präventiv tätig zu werden und wir versuchen dies, im Rahmen unserer Möglichkeiten umzusetzen“, erklärt Gerhard Dick, Leiter des Kreisjugendamtes dazu gestern im Kreistag. Vor zwei Jahren sei bereits das Netzwerk Kindesschutz und Kindesgesundheit ins Leben gerufen worden. „Außerdem haben wir ein Elternbegleitbuch herausgegeben.“ Um allerdings Ideen, wie das Dormagener Modell umsetzen zu können, „müssten wir noch ganz anders investieren“, gibt Dick zu bedenken. Bei der Geburtenzahl im Kreis müssten dann noch weitere Mitarbeiter eingestellt werden.

„Wir erhoffen uns angesichts der klammen finanziellen Lage im Kreis verstärkte finanzielle Hilfen vom Land“, erklärt die FDP in ihrem Schreiben. Sie schlägt außerdem als dritten Lösungsansatz vor, die Arbeit der vielen Vereine im Kreis zu stärken, „denn Vereinsarbeit ist Präventionsarbeit“, betont Bursian. Deshalb solle auch ehrenamtliche Arbeit stärker anerkannt werden. „Wird alles den bezahlten Profis im Sozial- und Jugendbereich überlassen, ist der finanzielle Kollaps durch aufgeblähte Systeme doch absehbar“, meinen die Liberalen.

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AZ 8.10.2010

FDP will sich verständlicher machen
VOR DER WAHL Programm bei außerordentlichem Kreisparteitag vorgestellt / Realschule plus strukturell verbessern

Vom 08.10.2010
 
Von Manfred Harz

WALDBÖCKELHEIM. Ein außerordentlicher Kreisparteitag diente der FDP zur Vorstellung ihres Landeswahlprogramms. Dazu eigens angereist war der Fraktionsvorsitzende im Landtag und Spitzenkandidat, Herbert Mertin. Für die verhinderte Kreisvorsitzende Nicole Morsblech, MdL, begrüßte in Vertretung Reiner Fernis, der trotz aller anderslautenden Prognosen einen Erfolg bei den Landtagswahlen am 27. März 2011 erwartet.

Herbert Mertin sieht die FDP derzeit in einer nicht einfachen Phase, in der sie vom Bürger nur ungenau wahrgenommen wird. Daran, so der Referent, müsse gearbeitet werden, er nannte Schwerpunkte.

Auch wenn bildungspolitisch die Realschule plus als Konzept von der FDP nicht nachvollziehbar sei, wird man nicht fordern, sie abzuschaffen, sondern daran arbeiten, sie strukturell zu verbessern und zu ergänzen, wie es auch bei den anderen Schularten notwendig sei.

In der Wirtschaftspolitik sieht Mertin die FDP besonders kompetent, hat sie doch im Land lange Zeit Verantwortung getragen und viel bewegt. Für eine funktionierende Wirtschaft seien gute Verkehrsverbindungen unumgänglich, und deshalb stehe man für die Brücke im Mittelrheintal und den Hochmoselübergang. Abgelehnt werde dagegen die Gängelung von Betrieben mit dem geplanten "Tariftreuegesetz", welches keine besseren Dienstleistungen bringe und in der Handhabung viele Fragen aufwerfen würde. Mertin kritisierte außerdem das vorgesehene, inzwischen aufgegebene Betriebsräteinformationssystem als vertrauensstörend.

Die Haushaltspolitik der Landesregierung sei auch jenseits der durchlaufenen Weltwirtschaftskrise von nicht mehr tolerierbaren Schulden geprägt. Mertin hegt Zweifel am Sparwillen der Regierung und sieht es als Herausforderung, die Netto-Neuverschuldung bis 2020 komplett abzubauen.

In der Diskussion nach den Ausführungen wurde vorgeschlagen, das Programm zu straffen und für die breite Öffentlichkeit verständlicher zu formulieren.

Offensiv geht die FDP in die Verwaltungsreform. Im Fokus sind die Verbandsgemeinden, die als politische Ebene zu einer rein dienstleistenden Einrichtung für die Kommunen herabgestuft werden sollten.

Aus dem Kreis der Mitglieder wurde das augenblicklich unangemessene schlechte Image thematisiert. Dazu sollte konzentriert und deutlich zu den wichtigen Themen argumentiert werden. Mertin sieht ein temporäres Glaubwürdigkeitsproblem der Liberalen in einigen Bereichen, dem man durch eine transparente Informationspolitik begegnen könne.

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AZ 7.9.2010

Regenerative Energie - aber nicht um jeden Preis

07.09.2010 01:00 Uhr - KREIS BAD KREUZNACH

Von Wilhelm Meyer

ENERGIEPOLITIK Landkreis soll kohlendioxyd-neutral werden

Der Landkreis Bad Kreuznach soll kohlendioxyd-neutral werden. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe der Kreistagsfraktionen von CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, die sich mit der Energiepolitik im Landkreis beschäftigt hat. Der „energiepolitische Beschluss“ liegt für 2010 bis 2014 vor. Zur Vorstellung ihrer Konzepte hatten die Fraktionsvorsitzenden Ralf Hippert (CDU), Thomas Bursian (FDP) und Ludger Nuphaus (Bündnis 90/Die Grünen) die Bannmühle in Odernheim gewählt. Mit seiner konsequenten Energiegewinnung aus Wasserkraft und Photovoltaik ist der Biolandhof von Hans Pfeffer in Odernheim schon jetzt Vorzeigeprojekt im Sinne des Beschlusses.

Vor allem die Kreisbeigeordnete Gerlinde Huppert-Pilarski (Bündnis 90/Die Grünen) machte bei der Vorstellung deutlich, dass der Beschluss keineswegs aus einer Position der Stärke gefasst worden sei. Der Kreis Bad Kreuznach befände sich hinsichtlich der Erzeugung regenerativer Energien an Platz 17 der 24 rheinland-pfälzischen Landkreise.

Nicht um jeden Preis wollen die Fraktionen die Gewinnung regenerativer Energien voranbringen. So will man ausdrücklich verhindern, dass für die Photovoltaik landwirtschaftlich genutzte oder nicht definierte Brachflächen verbraucht werden. In Betracht kämen Konversionsflächen, ehemalige Deponien oder sonst nicht nutzbare Flächen. Windkraft wird zwar ausdrücklich als wirksamste Maßnahme zur Erhöhung des Anteils regenerativer Energien in der Stromerzeugung genannt, soll jedoch „kontrolliert auf einzelnen bewerteten, im Regionalen Raumordnungsplan festgeschriebenen Flächen“ erfolgen.

An einen Ausbau der Wasserkraft ist nicht gedacht. 32 Anlagen werden derzeit im Kreis betrieben. Prüfen will man jedoch, welche der sechs derzeit, trotz vorliegender wasserrechtlicher Genehmigung nicht in Betrieb befindlichen Anlagen, nutzbar gemacht werden könnten. „Die Erzeugung von Biogas aus Nahrungsmittelpflanzen ist nicht gewollt“, heißt es eindeutig. Man setzt hier vor allem auf die schon bewährte Erzeugung von Biogas aus organischen Abfällen und eine Optimierung der energetischen Nutzung von Holz durch ein regionales Netzwerk. Offen zeigt sich das Papier auch für die Nutzung von Tiefengeothermie.

Zweites Standbein des Planes ist neben einer effizienteren Wärmeerzeugung vor allem deren effizientere Nutzung, bzw. Einsparung. Energieeffizienz soll als Kriterium bei öffentlichen Anschaffungen stärkere Beachtung finden. Dringend notwendig bei Erhöhung des regenerativen Energieanteils sei die Entwicklung „intelligenter Netze“ (Smart Grids). Hier sollte der Landkreis Bad Kreuznach nach der Vorstellung des Arbeitskreises zur Modellregion werden.

Ziel ist die Errichtung eines Energiekompetenzzentrums, das Nachfrager und Anbieter zusammenführen sollte. „Neben der Aufgabe einer Informations- und Beratungsbörse“, heißt es im Papier, „könnte dieses Zentrum auch Weiterbildungsfunktionen für das örtliche Handwerk übernehmen.“ Mit Kreishandwerksmeister Jürgen Günster als Mitglied der Arbeitsgruppe ist zugleich ein enger Kontakt gegeben. Eine Anbindung an die Handwerkskammer läge, so Prof. Dr. Hans-Georg Kämpf, nahe. Kämpf, der in an der FH Bingen den Studiengang Umweltschutz mit aufgebaut hat, ist Mitinitiator und Mitgründer der Energiedienstleistungsgesellschaft des Landkreises Mainz-Bingen (EDG). Kämpf wies jedoch auch auf die Zähigkeit solcher Prozesse hin. Bedarf bestehe aber. So sei der Energieberater des Kreises bestens ausgebucht. Andere Kreise zeigten auch hier ein weitaus größeres Engagement. So stünden den Menschen im Landkreis Kaiserslautern fünf Energieberater zur Verfügung. Ein Energiekompetenzzentrum könnte diese Aufgaben in einer Hand bündeln.

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Verträge sind kein Ruhekissen OA 19.08.2010 Leserbrief
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FDP kritisiert "schulpolitische Geisterfahrt" Oeffentlicher Anzeiger - August 2010




FDP Fraktionssprecher Thomas Bursian


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FDP fragt nach Hunsrückbahn - Juli 2010

FDP fragt nach Hunsrückbahn

19.06.2010 - KREIS BAD KREUZNACH

(red). Dass nunmehr das Planfeststellungsverfahren für die gesamte Hunsrückbahn angelaufen ist (wir berichteten), nimmt die FDP-Kreistagsfraktion zum Anlass für eine Anfrage an Landrat Franz-Josef Diel. Fraktionssprecher Thomas Bursian bezeichnet es in seinem Schreiben an den Landrat als „logisch und konsequent“, dass nunmehr die gesamte Strecke beplant wird, will es aber genauer wissen: „Ist der Verwaltung bekannt“, so fragt er, „warum von der ursprünglichen Absicht abgewichen wird, nach der zunächst nur ein Planfeststellungsverfahren für den Bereich Guldental vorgesehen war?“ Die FDP gehe davon aus, dass die Kreisverwaltung als Träger öffentlicher Belange in dem Verfahren beteiligt sei. „In diesem Fall beantragt die FDP-Fraktion, dass der Kreistag oder alternativ der Kreisausschuss vor Abgabe der Stellungnahmen beteiligt wird. Damit haben wir als politische Vertreter die Möglichkeit, auf die Beschwerden und Sorgen der Anlieger aktiv einzugehen.“

Die Anfrage soll laut Wunsch der FDP in der Sitzung am Montag, 21. Juni, beantwortet werden.

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