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Presseberichte - Allgemeine Zeitung und Oeffentlicher Anzeiger und Presseerklärungen der FDP
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 12.11.08 AZ - Um die Kreditfähigkeit des Kreises zu erhalten, schlägt Landrat Karl-Otto Velten (SPD) vor, die Gemeindeumlage auf 39,37 % zu erhöhen. Dies soll bei der nächsten Kreisausschuss-Sitzung besprochen werden. Die AZ befragte die Fraktionsführer der im Kreistag vertretenen Parteien zu den Plänen. |
"Die Gemeinden werden heulen"
Ausschuss berät über Erhöhung der Kreisumlage
Vom 12.11.2008 Von Thorsten Richter
KREIS BAD KREUZNACH Die Meinungen der Fraktionssprecher zu einer von Landrat Karl-Otto Velten avisierten Erhöhung der Kreisumlage auf 39,37 Prozent sind so vielfältig, wie die Möglichkeiten der Argumentation dafür oder dagegen.
Im nicht-öffentlichen Teil der kommenden Kreisausschuss-Sitzung am nächsten Montag wird es wohl heiße Wortgefechte geben. Um 0,9 Prozentpunkte, von 37,5 auf 38,37 Prozent, möchte die Verwaltung die Umlage anheben, so die Beschlussvorlage. Carsten Pörksen, Sprecher der SPD-Fraktion, wird sich zwar erst am Freitag mit seinen Genossen beraten, er sieht "aber tendenziell keine Mehrheit dafür" im Ausschuss. "Ohne Beratung kann ich dazu nichts sagen", so der Landtagsabgeordnete, "vom jetzigen Standpunkt aus gibt es meiner Meinung nach aber keine Mehrheit." Er will sich aber erst einmal anhören, was Landrat Karl-Otto Velten im Gespräch mit der Dienstaufsichtsbehörde in Trier (ADD) besprochen hat. Die hat dem Kreischef ganz offensichtlich den Schritt der Erhöhung nahe gelegt, wie der Begründung zu entnehmen ist.
Ralf Hippert wurde vom Anruf der AZ zu diesem Thema etwas überrascht, vom Thema dagegen weniger. "Die Vorlage habe ich noch nicht, aber die Diskussion hatten wir im letzten Jahr schon einmal gehabt." Seine Vorgehensweise: "Erst den Kreisausschuss abwarten, dann werden wir zwei Tage später mit der Fraktion beraten." Grundlegend sei die Position der CDU aber bekannt, erläutert er. "Bei einer galoppierenden Verschuldung wie im Kreis, was bringt da eine Erhöhung von rund einem Prozent?", fragt er eher rhetorisch und zitiert den berühmten "Tropfen auf den heißen Stein". Besser sei es, "das Problem an der Wurzel zu packen und die Kreise ordentlich auszustatten", so sein Appell ans Land und die ADD. "Jedes Jahr wird darüber diskutiert. Letztes Jahr hieß es schon, es sei die letzte Erhöhung, jetzt kommt die nächste. Irgendwann muss doch auch einmal Feierabend damit sein."
Thomas Bursian stimmt dem zu. "Man kann nicht ständig an der Umlageschraube drehen", betont der FDP-Vorsitzende im Kreistag. "Damit nimmt man den Gemeinden die Luft zum Atmen." Ein Prozent mache außerdem nur rund eine Million aus, "bei 120 Millionen Schulden verbessert das die Finanzlage nicht". Auch das Argument, der Durchschnitt wäre höher, nimmt er bestensfalls zur Kenntnis. "Wenn man diese Spielchen mitmacht", so seine vielsagende Antwort. Für ihn steht fest: "Die FDP wackelt da nicht", will also heißen, die Liberalen sind gegen eine Erhöhung. Bursian: "Schließlich müssen die Gemeinden darunter leiden."
Als notwendig erachtet Ludger Nuphaus, Sprecher der Grünen im Kreistag, den vorgesehenen Schritt. Er hat dabei insbesondere anstehende Investitionen im Schulbereich im Blick: "Der Kreis braucht Geld, die Erhöhung fordern wir seit Jahren", so Nuphaus. Allerdings, schränkt er ein, sehe seine Fraktion eine "leistungsabhängige Umlage" als gerechter an. Denn: "Es gibt eine Ungleichverteilung der Gewerbegebiete. Langenlonsheim weiß nicht wohin mit seinem Geld, andere haben kein Gewerbegebiet." Er geht davon aus, dass "die Erhöhung irgendwann kommen wird". Ob es schon jetzt durchgewunken werden kann, bezweifelt er aber. "Es wird heftige Diskussionen geben", ist er sich sicher: "Die Gemeinden werden heulen und mit den Zähnen knirschen. Das ist ein normales politisches Druckmittel der ADD." Am Ende, so Nuphaus, "wird man der ADD ein wenig entgegenkommen und sich auf ein halbes Prozent einigen."
Auch Wolfgang Zimmer hatte gestern Mittag Post bekommen und beim Gespräch mit der AZ noch keine Rücksprache mit seiner Fraktion, der Freien Wählergemeinschaft, nehmen können. Seine Stellungnahme fiel deshalb ganz knapp aus. "Bis dahin gibt es von uns keine Stellungnahme."
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 4.11.08 AZ Im Kreishaushalt 2009 klafft eine Lücke von 15,4 Millionen Euro / Düstere Aussichten. Landrat Karl-Otto Velten stellt Etatentwurf 2009 vor.
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Trotz Steuerrekorden satter Fehlbetrag
Im Kreishaushalt 2009 klafft eine Lücke von 15,4 Millionen Euro / Düstere Aussichten

Breite Risse, Schlaglöcher, viel zu schmal - so präsentiert sich die Kreisstraße 49 zwischen Winzenheim und der L236.Im nächsten Jahr soll diese wichtige Querverbindung über den Breitenfelser Hof (im Hintergrund) ausgebaut werden.
Foto: Heidi Sturm
Vom 04.11.2008
KREIS BAD KREUZNACH Der Landkreis wird auf Jahre keine schwarzen Zahlen schreiben können, vielmehr weiter massiv in seinen Entwicklungschancen beeinträchtigt sein. Dieses düstere Bild zeichnete Landrat Karl-Otto Velten bei der Vorstellung des Etatentwurfs 2009.
Von
Heinz-Günther Mades
In nichtöffentlicher Sitzung präsentierte der Verwaltungschef dem Kreisausschuss gestern die Rahmendaten. Erneut muss von einem Fehlbetrag von gut 15,4 Millionen Euro ausgegangen werden. Wenn die Finanzkrise auch Auswirkungen auf die Wirtschaft habe, werde das der Kreis bei Gewerbe- und Einkommensteuer zu spüren bekommen, fürchtet Velten. Zudem müsse man dann wohl wieder von mehr Arbeitslosen ausgehen, was die Ausgaben des Kreises negativ beeinflusse.
Dabei sah man erstmals einen Silberstreif am Horizont: 2008 verzeichnet der Kreis ein historisches Hoch bei der Gewerbesteuer mit 33,6 Millionen Euro. Auch bei der Einkommensteuer gibt es mit 44,7 Millionen Euro einen Rekord. Velten sieht das als Ergebnis der Schaffung von mehr Arbeitsplätzen und von Lohnsteigerungen. Für 2009 könnte die Einkommensteuer auf 52,1 Millionen Euro wachsen, dagegen wird bei der Gewerbesteuer ein Rückgang auf 28,9 Millionen befürchtet. Damit würde gerade mal der Wert von 1999 erreicht. Von 2000 bis 2005 durchschritt der Kreis hier eine tiefe Talsohle. Erst 2006 summierte sich die Gewerbesteuer auf 31,1 Millionen Euro, vorher war sie auf 14,2 Millionen abgestürzt (2001).
Gewerbe- und Einkommensteuer beeinflussen gemeinsam mit den Schlüsselzuweisungen die Kreisumlage. Hier rechnet der Landrat für 2009 bei einem unveränderten Satz von 38,5 Prozent mit Einnahmen von 46,8 Millionen Euro. Das wären gut 1,6 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr. Allerdings vermag er nicht einzuschätzen, ob die Aufsichtsbehörde angesichts des hohen Fehlbetrages nicht wieder eine Anhebung der Umlage fordert. Bei den Investitionen jedenfalls dürfe man auf keinen Fall etwas kappen, findet Velten. Sie seien unbedingt notwendig; Abstriche zu machen, wäre gerade für das heimische Handwerk fatal.
Dass der doppische Haushalt 2009 unterm Strich mit einem um 1,4 Millionen Euro geringeren Fehlbetrag prognostiziert wird, hängt mit Einnahmeverbesserungen bei Schlüsselzuweisungen und Kreisumlage (insgesamt 5,5 Millionen Euro) zusammen. Diesem Betrag stehen Mehrausgaben von 4,1 Millionen Euro gegenüber - jeweils etwa eine Million Euro mehr für Personal, Jugend- und Sozialamt. Hinzu kommen Mehraufwendungen für Energiekosten bei kreiseigenen Gebäuden, für Kassenkredite und Schülerbeförderung.
Noch nicht berücksichtigt im Etatentwurf ist die Forderung des Jugendhilfeausschusses, das Personal im Jugendamt aufzustocken. Velten kündigte an, dass sich hier etwas tun werde, ja tun müsse. Denn der Beratungs- und Betreuungsbedarf steige in diesem Bereich immer stärker an. Die prekäre Haushaltslage zwinge die Verwaltung aber seit Jahren, "uns im ganzen Haus zu behelfen". Im Grunde müsse man zwölf Leute einstellen, rechnete der Landrat vor. Aber dafür sei kein Geld da
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 19.10.08 Presseerklärung. Thomas Bursian, der FDP Fraktionsführer im Kreistag Bad Kreuznach wirft einen Blick auf die kommenden Haushaltsberatungen und weist darauf hin, dass der Kreis sich im sozialen Bereich stark engangiert, dies aber von Bund und Land nicht honoriert wird. |
FDP-Kreistagsfraktion betrachtet Haushaltentwicklung mit starker Sorge
Die ersten Teilentwürfe liegen den Ausschussmitgliedern auf dem Tisch. Grund genug
die aktuellen Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Ausgaben steigen ungebremst weiter, die mittelfristige Einnahmenentwicklung muss
dagegen aufgrund der konjunkturellen Entwicklung mit einem Fragezeichen versehen werden. Zu erwarten ist, dass das Einkommensteueraufkommen sinken wird, noch deutlicher wird die konjunkturabhängige Gewerbesteuer zurückgehen. Im Gegenzug ist der Kreis stärker bei sozialen Flankierungsmaßnahmen gefordert. Es ist zu erwarten, dass die Schere zwischen den Einnahmen und Ausgaben weiter auseinander klaffen wird. Unverschuldet ruscht der Kreis, weiter in die Schuldenfalle. Die Finanzmisere ist uns durch Bundes- und Landesgesetze aufgezwungen, stellt die Fraktion fest. Insbesondere der Bund erlässt weiter munter Leistungsgesetze, lässt aber die Kommunen dann finanziell im Regen stehen. Wenn den Gemeinden die Luft zum Atmen genommen wird, nagt das nach Ansicht
der FDP-Fraktion auch am Fundament der Demokratie. Denn wer möchte sich schon politisch engagieren, wenn der politische Gestaltungsraum immer enger wird.
Die Fraktion wünscht sich mehr finanzielle Anerkennung für die Leistung der Region
im sozialen Bereich. Wir sind stolz darauf, dass unsere Region gerade im sozialen Bereich
vorbildlich hervorragende Einrichtungen bietet, die sich sehen lassen können. Die Einrichtungen werden gerne auch von den Nachbarkreisen in Anspruch genommen. Fair wäre es dann nur, wenn die Kosten auch auf die Regionen verteilt werden können.
Die ländliche Wertschöpfung ist für die Fraktion ein besonderes Anliegen. Um den ländlichen Raum auch in Zukunft attraktiver zu gestalten, muss eine weitere Konzentration der Arbeitsplätze in den Ballungsgebieten vermieden werden. Das Stichwort lautet ländliche Wertschöpfung. Abgesehen davon, dass die Tourismusentwicklung noch ausbaufähig ist, wird ein zukunftsträchtiger Wachstumsmarkt im Energiebereich gesehen. Gerade der Ausbau regenerativer Energien und Förderung effizienter Energietechniken ist für das mittelständische Handwerk ein wahrer Jobmotor. Wenn z.B. Solaranlagen aufs Dach kommen, wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern sorgt im örtlichen Handwerk für
Beschäftigung.
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Presseberichte - Allgemeine Zeitung und Oeffentlicher Anzeiger und Presseerklärungen der FDP
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 12.11.08 AZ - Um die Kreditfähigkeit des Kreises zu erhalten, schlägt Landrat Karl-Otto Velten (SPD) vor, die Gemeindeumlage auf 39,37 % zu erhöhen. Dies soll bei der nächsten Kreisausschuss-Sitzung besprochen werden. Die AZ befragte die Fraktionsführer der im Kreistag vertretenen Parteien zu den Plänen. |
"Die Gemeinden werden heulen"
Ausschuss berät über Erhöhung der Kreisumlage
Vom 12.11.2008 Von Thorsten Richter
KREIS BAD KREUZNACH Die Meinungen der Fraktionssprecher zu einer von Landrat Karl-Otto Velten avisierten Erhöhung der Kreisumlage auf 39,37 Prozent sind so vielfältig, wie die Möglichkeiten der Argumentation dafür oder dagegen.
Im nicht-öffentlichen Teil der kommenden Kreisausschuss-Sitzung am nächsten Montag wird es wohl heiße Wortgefechte geben. Um 0,9 Prozentpunkte, von 37,5 auf 38,37 Prozent, möchte die Verwaltung die Umlage anheben, so die Beschlussvorlage. Carsten Pörksen, Sprecher der SPD-Fraktion, wird sich zwar erst am Freitag mit seinen Genossen beraten, er sieht "aber tendenziell keine Mehrheit dafür" im Ausschuss. "Ohne Beratung kann ich dazu nichts sagen", so der Landtagsabgeordnete, "vom jetzigen Standpunkt aus gibt es meiner Meinung nach aber keine Mehrheit." Er will sich aber erst einmal anhören, was Landrat Karl-Otto Velten im Gespräch mit der Dienstaufsichtsbehörde in Trier (ADD) besprochen hat. Die hat dem Kreischef ganz offensichtlich den Schritt der Erhöhung nahe gelegt, wie der Begründung zu entnehmen ist.
Ralf Hippert wurde vom Anruf der AZ zu diesem Thema etwas überrascht, vom Thema dagegen weniger. "Die Vorlage habe ich noch nicht, aber die Diskussion hatten wir im letzten Jahr schon einmal gehabt." Seine Vorgehensweise: "Erst den Kreisausschuss abwarten, dann werden wir zwei Tage später mit der Fraktion beraten." Grundlegend sei die Position der CDU aber bekannt, erläutert er. "Bei einer galoppierenden Verschuldung wie im Kreis, was bringt da eine Erhöhung von rund einem Prozent?", fragt er eher rhetorisch und zitiert den berühmten "Tropfen auf den heißen Stein". Besser sei es, "das Problem an der Wurzel zu packen und die Kreise ordentlich auszustatten", so sein Appell ans Land und die ADD. "Jedes Jahr wird darüber diskutiert. Letztes Jahr hieß es schon, es sei die letzte Erhöhung, jetzt kommt die nächste. Irgendwann muss doch auch einmal Feierabend damit sein."
Thomas Bursian stimmt dem zu. "Man kann nicht ständig an der Umlageschraube drehen", betont der FDP-Vorsitzende im Kreistag. "Damit nimmt man den Gemeinden die Luft zum Atmen." Ein Prozent mache außerdem nur rund eine Million aus, "bei 120 Millionen Schulden verbessert das die Finanzlage nicht". Auch das Argument, der Durchschnitt wäre höher, nimmt er bestensfalls zur Kenntnis. "Wenn man diese Spielchen mitmacht", so seine vielsagende Antwort. Für ihn steht fest: "Die FDP wackelt da nicht", will also heißen, die Liberalen sind gegen eine Erhöhung. Bursian: "Schließlich müssen die Gemeinden darunter leiden."
Als notwendig erachtet Ludger Nuphaus, Sprecher der Grünen im Kreistag, den vorgesehenen Schritt. Er hat dabei insbesondere anstehende Investitionen im Schulbereich im Blick: "Der Kreis braucht Geld, die Erhöhung fordern wir seit Jahren", so Nuphaus. Allerdings, schränkt er ein, sehe seine Fraktion eine "leistungsabhängige Umlage" als gerechter an. Denn: "Es gibt eine Ungleichverteilung der Gewerbegebiete. Langenlonsheim weiß nicht wohin mit seinem Geld, andere haben kein Gewerbegebiet." Er geht davon aus, dass "die Erhöhung irgendwann kommen wird". Ob es schon jetzt durchgewunken werden kann, bezweifelt er aber. "Es wird heftige Diskussionen geben", ist er sich sicher: "Die Gemeinden werden heulen und mit den Zähnen knirschen. Das ist ein normales politisches Druckmittel der ADD." Am Ende, so Nuphaus, "wird man der ADD ein wenig entgegenkommen und sich auf ein halbes Prozent einigen."
Auch Wolfgang Zimmer hatte gestern Mittag Post bekommen und beim Gespräch mit der AZ noch keine Rücksprache mit seiner Fraktion, der Freien Wählergemeinschaft, nehmen können. Seine Stellungnahme fiel deshalb ganz knapp aus. "Bis dahin gibt es von uns keine Stellungnahme."
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 4.11.08 AZ Im Kreishaushalt 2009 klafft eine Lücke von 15,4 Millionen Euro / Düstere Aussichten. Landrat Karl-Otto Velten stellt Etatentwurf 2009 vor.
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Trotz Steuerrekorden satter Fehlbetrag
Im Kreishaushalt 2009 klafft eine Lücke von 15,4 Millionen Euro / Düstere Aussichten

Breite Risse, Schlaglöcher, viel zu schmal - so präsentiert sich die Kreisstraße 49 zwischen Winzenheim und der L236.Im nächsten Jahr soll diese wichtige Querverbindung über den Breitenfelser Hof (im Hintergrund) ausgebaut werden.
Foto: Heidi Sturm
Vom 04.11.2008
KREIS BAD KREUZNACH Der Landkreis wird auf Jahre keine schwarzen Zahlen schreiben können, vielmehr weiter massiv in seinen Entwicklungschancen beeinträchtigt sein. Dieses düstere Bild zeichnete Landrat Karl-Otto Velten bei der Vorstellung des Etatentwurfs 2009.
Von
Heinz-Günther Mades
In nichtöffentlicher Sitzung präsentierte der Verwaltungschef dem Kreisausschuss gestern die Rahmendaten. Erneut muss von einem Fehlbetrag von gut 15,4 Millionen Euro ausgegangen werden. Wenn die Finanzkrise auch Auswirkungen auf die Wirtschaft habe, werde das der Kreis bei Gewerbe- und Einkommensteuer zu spüren bekommen, fürchtet Velten. Zudem müsse man dann wohl wieder von mehr Arbeitslosen ausgehen, was die Ausgaben des Kreises negativ beeinflusse.
Dabei sah man erstmals einen Silberstreif am Horizont: 2008 verzeichnet der Kreis ein historisches Hoch bei der Gewerbesteuer mit 33,6 Millionen Euro. Auch bei der Einkommensteuer gibt es mit 44,7 Millionen Euro einen Rekord. Velten sieht das als Ergebnis der Schaffung von mehr Arbeitsplätzen und von Lohnsteigerungen. Für 2009 könnte die Einkommensteuer auf 52,1 Millionen Euro wachsen, dagegen wird bei der Gewerbesteuer ein Rückgang auf 28,9 Millionen befürchtet. Damit würde gerade mal der Wert von 1999 erreicht. Von 2000 bis 2005 durchschritt der Kreis hier eine tiefe Talsohle. Erst 2006 summierte sich die Gewerbesteuer auf 31,1 Millionen Euro, vorher war sie auf 14,2 Millionen abgestürzt (2001).
Gewerbe- und Einkommensteuer beeinflussen gemeinsam mit den Schlüsselzuweisungen die Kreisumlage. Hier rechnet der Landrat für 2009 bei einem unveränderten Satz von 38,5 Prozent mit Einnahmen von 46,8 Millionen Euro. Das wären gut 1,6 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr. Allerdings vermag er nicht einzuschätzen, ob die Aufsichtsbehörde angesichts des hohen Fehlbetrages nicht wieder eine Anhebung der Umlage fordert. Bei den Investitionen jedenfalls dürfe man auf keinen Fall etwas kappen, findet Velten. Sie seien unbedingt notwendig; Abstriche zu machen, wäre gerade für das heimische Handwerk fatal.
Dass der doppische Haushalt 2009 unterm Strich mit einem um 1,4 Millionen Euro geringeren Fehlbetrag prognostiziert wird, hängt mit Einnahmeverbesserungen bei Schlüsselzuweisungen und Kreisumlage (insgesamt 5,5 Millionen Euro) zusammen. Diesem Betrag stehen Mehrausgaben von 4,1 Millionen Euro gegenüber - jeweils etwa eine Million Euro mehr für Personal, Jugend- und Sozialamt. Hinzu kommen Mehraufwendungen für Energiekosten bei kreiseigenen Gebäuden, für Kassenkredite und Schülerbeförderung.
Noch nicht berücksichtigt im Etatentwurf ist die Forderung des Jugendhilfeausschusses, das Personal im Jugendamt aufzustocken. Velten kündigte an, dass sich hier etwas tun werde, ja tun müsse. Denn der Beratungs- und Betreuungsbedarf steige in diesem Bereich immer stärker an. Die prekäre Haushaltslage zwinge die Verwaltung aber seit Jahren, "uns im ganzen Haus zu behelfen". Im Grunde müsse man zwölf Leute einstellen, rechnete der Landrat vor. Aber dafür sei kein Geld da
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 19.10.08 Presseerklärung. Thomas Bursian, der FDP Fraktionsführer im Kreistag Bad Kreuznach wirft einen Blick auf die kommenden Haushaltsberatungen und weist darauf hin, dass der Kreis sich im sozialen Bereich stark engangiert, dies aber von Bund und Land nicht honoriert wird. |
FDP-Kreistagsfraktion betrachtet Haushaltentwicklung mit starker Sorge
Die ersten Teilentwürfe liegen den Ausschussmitgliedern auf dem Tisch. Grund genug
die aktuellen Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Ausgaben steigen ungebremst weiter, die mittelfristige Einnahmenentwicklung muss
dagegen aufgrund der konjunkturellen Entwicklung mit einem Fragezeichen versehen werden. Zu erwarten ist, dass das Einkommensteueraufkommen sinken wird, noch deutlicher wird die konjunkturabhängige Gewerbesteuer zurückgehen. Im Gegenzug ist der Kreis stärker bei sozialen Flankierungsmaßnahmen gefordert. Es ist zu erwarten, dass die Schere zwischen den Einnahmen und Ausgaben weiter auseinander klaffen wird. Unverschuldet ruscht der Kreis, weiter in die Schuldenfalle. Die Finanzmisere ist uns durch Bundes- und Landesgesetze aufgezwungen, stellt die Fraktion fest. Insbesondere der Bund erlässt weiter munter Leistungsgesetze, lässt aber die Kommunen dann finanziell im Regen stehen. Wenn den Gemeinden die Luft zum Atmen genommen wird, nagt das nach Ansicht
der FDP-Fraktion auch am Fundament der Demokratie. Denn wer möchte sich schon politisch engagieren, wenn der politische Gestaltungsraum immer enger wird.
Die Fraktion wünscht sich mehr finanzielle Anerkennung für die Leistung der Region
im sozialen Bereich. Wir sind stolz darauf, dass unsere Region gerade im sozialen Bereich
vorbildlich hervorragende Einrichtungen bietet, die sich sehen lassen können. Die Einrichtungen werden gerne auch von den Nachbarkreisen in Anspruch genommen. Fair wäre es dann nur, wenn die Kosten auch auf die Regionen verteilt werden können.
Die ländliche Wertschöpfung ist für die Fraktion ein besonderes Anliegen. Um den ländlichen Raum auch in Zukunft attraktiver zu gestalten, muss eine weitere Konzentration der Arbeitsplätze in den Ballungsgebieten vermieden werden. Das Stichwort lautet ländliche Wertschöpfung. Abgesehen davon, dass die Tourismusentwicklung noch ausbaufähig ist, wird ein zukunftsträchtiger Wachstumsmarkt im Energiebereich gesehen. Gerade der Ausbau regenerativer Energien und Förderung effizienter Energietechniken ist für das mittelständische Handwerk ein wahrer Jobmotor. Wenn z.B. Solaranlagen aufs Dach kommen, wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern sorgt im örtlichen Handwerk für
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