Nicht auf einen "Geniestreich" warten
STADTPLANUNG Liberale setzen sich für Auto-Service am Obertor und Herrichtung des Geländes neben dem Rewe-Markt ein
Vom 06.01.2012
Von Wilhelm Meyer
BAD SOBERNHEIM. Welche Signale die Stadt mit ihrer Debatte über einen Autosservice am Obertor an Existenzgründer gesendet habe, kümmerte auch die Liberalen bei ihrem Stammtisch in der "Kupferkanne": Besser als das Gelände brach liegen zu lassen, sei die Gewerbeansiedlung auf dem ehemaligen Tankstellengelände allemal. Auch wenn der Autoservice, so Carsten Dierks, keine "Premium Lösung" sei. Ein stadtplanerischer Geniestreich, noch dazu auf privatem Gelände, werde wohl auf sich warten lassen.
Von Schrottplatz kann keine Rede sein
Was sich da an Befürchtungen aufgeschaukelt habe, so Dierks, sei schon von der Fläche her nicht möglich. Da könnten bestenfalls drei Autos stehen. Ein Schrottplatz am Stadteingang wäre daher das Letzte, was zu befürchten sei. Und das Wort von der Veränderungssperre könne er nicht mehr hören, fügte Stadtratsmitglied Ewald Plew hinzu. Das komme ihm wie ein Kampfwort vor. Es reiche völlig, die Gestaltung mit Auflagen zu versehen.
Dem stimmte Elke Zedlitz bei. Darüber hinaus rechnet sie damit, dass auch die Nachbarschaft ihr Interesse an einem akzeptablen Aussehen Ausdruck verleihen werde. Das sei nicht anders, als es beim Autohaus May auch gewesen sei, erinnerte Plew. Wer sich schon im Vorfeld an der Optik eines Auto-Service am Obertor störe, solle den Blick auf andere Stellen der Stadt richten.
Etwa darauf, so Plew, dass sich trotz berechtigter Aufregung am Eckgrundstück Pfaffengasse/Kirchstraße am neuen Einkaufszentrum so wenig tue. Nicht das erste Mal erinnerte Plew an die Versprechen der Investoren Bruno Schneider und Reinhard Milferstedt, die zu Beginn der Planung im Raum gestanden hätten.
Mittlerweile wisse man ja nicht einmal mehr, wer nach dem Verkauf des Zentrums überhaupt zuständig sei. Vor allem aber, so Plew, solle man bei der Diskussion um das von Schneider geplante Brauhaus die Erfahrungen, die Bad Sobernheim hier gemacht habe, nicht einfach beiseite legen.
Erfahrungen für das Brauhaus nutzen
Noch einmal forderte Plew, dass hier endlich die Hausaufgaben zu machen seien. Auch die von Schneider längst versprochene Dachbegrünung für das Einkaufszentrum gleiche eher einem hoffnungsvollen Warten auf die Kraft der Natur. Vom versprochenen Tor zur Stadt jedenfalls sei der "Angestelltenparkplatz" mit seinen Drahtkäfigen und der hässlichen Bretterwand weit entfernt.
Wenig Einfluss auf die Entscheidungen der Eigner sah der Vorsitzende des Amtsverbandes Elmar Schauß. Nicht falsch wäre es, wenn die Ein-Mann-Fraktion der FDP im Stadtrat hierzu einen Antrag einbringen werde. Das Problem brenne schließlich allen Bad Sobernheimern auf den Nägeln. Zuvor jedoch, so riet Jürgen Reinhard, solle Plew doch einfach einmal bei Schneider anrufen.