
Kreis-FDP redet Klartext: Japan und Schwarz-Gelb Ursachen für die Wahlniederlage
Kreis Bad Kreuznach - Nach der Wahl ist vor der Wahl: In fünf Jahren will die FDP wieder in den Landtag einziehen. Das betonten die Liberalen beim Kreisparteitag am Donnerstagabend in Waldböckelheim.
Wundenlecken war nicht bei der Liberalen-Zusammenkunft, es wurden Fehler analysiert. „Ohne das Erbeben samt Tsunami und AKW-Katastrophe in Japan wären wir nicht an der Fünf-Prozent-Klausel gescheitert“, darin waren sich die 30 Anwesenden einig. Japan sei es aber nicht alleine gewesen, sondern auch eine für die FDP ungünstige Stimmung und das Agieren der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Einige Parteimitglieder sprachen offen über eine Glaubwürdigkeitskrise. „Egal, wo wir vor der Wahl auftauchten, wir konnten unsere Inhalte nicht mehr rüberbringen“, erklärte ein frustrierter Wahlkämpfer.
Dabei habe man doch Themen wie die Landesverschuldung klar und deutlich benannt. Nun gebe ihnen der Landesrechnungshof recht, erklärte der Kreuznacher FDP-Stadtverbandschef Jürgen Eitel. Großes Lob gab es für Kreisvorsitzende und Ex-Landtagsabgeordnete Nicole Morsblech. Sie habe einen starken Wahlkampf mit dem Thema „Zukunft der Schulen“ betrieben. Jürgen Eitel ärgerte sich über den „Schmusekurs“, den die Liberalen lange mit der SPD-Landesregierung gefahren seien: „Das nur aus dem Gedanken heraus, wieder in die Regierung zu kommen, das darf nicht sein.“
Gleich mehrere Anträge diskutierten die Freidemokraten. Philipp Fernis möchte künftig auf Landesebene einen Generalsekretär installieren, und er forderte für die Landtagswahl 2016 eine Landesliste und eine breitere Themenausrichtung der Partei. Zudem müsse man den Generationswechsel im Landesvorstand „glaubwürdig vollziehen“. Um das zu erreichen, sollten die Beisitzer ohne Vorschlag des Landesvorstandes frei gewählt werden, erklärte Fernis: „Bei uns wird zurzeit viel gegackert, es werden aber nur wenige Eier gelegt.“ Auch den Antrag von Jürgen Eitel und Rainer Fernis, Rainer Brüderle zum FDP-Landesehrenvorsitzenden zu ernennen, unterstützten die Mitglieder. (bj)